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Smart Sun – Was können die neuen Bio-Solarien?

Sind Bio-Solarien wirklich unbedenklich oder sogar gesund? Ich habe für euch recherchiert.

 

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Solarien sind ja eigentlich so was von 80er! „Münzmallorca“ oder „Asi-Toaster“ – wer kennt sie nicht, diese abfälligen Bemerkungen.

Die Risiken und Gefahren (vom Sonnenbrand bis Hautkrebs) sind allgemein bekannt. Dennoch gehen viele, besonders im Winter, ins Solarium, da die Wärme und das Licht dem Körper und der Seele gut tut und man das Gefühl bekommt, dadurch mehr Vitalität zu bekommen. Ausserdem vermittelt ein gebräunter Teint Gesundheit und Attraktivität.

Der neueste Trend sind Bio-Solarien. Bio klingt ja positiv, also beruhigend und fast schon irgendwie gesund. Bei Bio denkt man sofort, dass muss gut sein.

Ist das wirklich so? Gibt es die „gesunde“ Bräune?

Um den Unterschied zwischen den sogenannten Bio-Solarien und den herkömmlichen Solarien zu verstehen, muss man sich erstmal mit dem UV-Licht befassen.

Was ist UV-Licht?

Ultraviolettstrahlung (kurz UV-Strahlung), umgangssprachlich UV-Licht ist die für den Menschen unsichtbare elektromagnetische Strahlung mit Wellenlängen, die kürzer als das sichtbare Licht sind.

Die Bezeichnung ultraviolett (etwa „jenseits von Violett“) beruht darauf, dass sich das UV-Spektrum zu kürzeren Wellenlängen an Violett anschließt. Violett ist der für Menschen gerade noch wahrnehmbare Farbreiz (Definition Wikipedia).

UV-Strahlung ist also unsichtbar für das menschliche Auge und wird in die Unterbereiche UV-A, UV-B und UV-C eingeteilt.

Diese Unterscheidung basiert auf den unterschiedlichen Wellenlängen der Strahlung (Definition Wikipedia).

  • UV-A (Wellenlänge 315 – 380 nm (Nanometer)): Lange UV-Wellen mit geringer Energie. Sie haben eine größere Eindringtiefe in das biologische Gewebe und gelangen bis zur Lederhaut.
  • UV-B (Wellenlänge 280 – 315 nm): Kurze Wellen mit mehr Energie und werden im biologischen Gewebe stärker gestreut.
  • UV-C (Wellenlänge 100 – 280 nm): Sehr kurzwellig und energiereich, wird in biologischem Gewebe stark gestreut. Da die Strahlung durch die obersten Luftschichten der Erdatmosphäre absorbiert wird, gelangt sie nicht bis zur Erdoberfläche.
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Wie wirkt UV-Licht?

Wir wissen also jetzt, das die UV-Stahlung in drei Unterbereiche (A,B und C) eingeteilt wird. Doch wie ist die biologische Wirkung der verschiedenen UV-Stahlen auf das menschliche Gewebe (Definition Wikipedia)?

UV-A

  • direkte Pigmentierung der Haut – kurzfristige Bräune, kaum Lichtschutz erzeugend;
  • Schädigung der Kollagene (des Bindegewebes); die Haut verliert Spannkraft und altert frühzeitig;
  • Melanomrisiko (schwarzer Hautkrebs) durch Bildung freier Radikale;
  • gering erythem (kaum Sonnenbrand erzeugend).

UV-B

  • indirekte Pigmentierung der Haut; verzögerte, langfristige Bräunung (bewirken in der Oberhaut um 72 Stunden verzögerte Bildung von Melanin)
  • dringen weniger tief ein als UV-A, aber mit starker Sonnenbrand-Gefahr (stark erythem);
  • führen zur Bildung von Vitamin D3; nach 2008 veröffentlichten epidemiologischen Untersuchungen kann die Vitamin-D-Produktion durch UVB vorbeugend gegen viele Krebsformen sein.
  • UV-B-Strahlen haben einen hohen Anteil an der Entstehung von Hautkrebs (Basalzellkarzinomen und Plattenepithelkarzinomen)

UV-C

  • dringt aufgrund der mit kürzerer Wellenlänge zunehmenden Streuung nicht sehr tief in die Haut ein.

Was ist anders bei Bio-Solarien?

Der Unterschied zwischen Bio-Solarien und herkömmlichen Sonnenbänken liegt in der Zusammensetzung der Strahlen.

Bei herkömmlichen Solarien werden kurzwellige UV-A, UV-B und UV-C-Strahlen verwendet.

Die Strahlen der Bio-Solarien sind langwellig und energiearm (sog. UV-A1). Dieses UV-A1-Licht soll besonders tief in die Haut eindringen und hinterlässt durch Oxydation der Pigmente einen Grauton der Haut. Um die gewünschte Farbe zu bekommen, braucht man aber auch kurzwelliges UVB-Licht. 

Das bedeutete, dass auch bei Bio-Solarien UV-A und UV-B Strahlen verwendet werden – zwar wird versucht, die UV-B-Stahlung zu minimieren, ganz ausschließen kann man sie jedoch nicht.

Im Grunde sind alle UV-Stahlen schädlich (s.oben), lösen Sonnenbrand aus und können – je nach Intensität – Hautkrebs verursachen.

Somit kann man sagen, dass es gesunde Bräune (leider) nicht gibt, da UV-A und UV-B-Strahlen immer die Haut schädigen.

Dennoch kann das langwellige UVA-Licht auch helfen, z.B. bei Neurodermitis oder Ekzemen. Allerdings sollte man in diesen Fällen unbedingt zum Arzt gehen, da in der Medizin, anders als in den Solarien, reines UVA Licht zur Therapie eingesetzt wird. Die Risiken bleiben, man muss hier entscheiden, wie schwer die Hauterkrankung ist und wie hoch die Chancen einer Heilung durch UVA-Strahlen sind.

Oftmals wird auch von den Solarien damit geworben, dass durch die künstliche Sonne die Vitamin D Produktion angeregt wird. Gerade in den dunklen Wintermonaten, in denen man zwangsläufig nicht so viele Sonnenstrahlen abbekommt, leiden die meisten unter Vitamin D Mangel. 80-90% des Vitamin D-Bedarfs kann der menschliche Körper mithilfe von UV-B Stahlen bilden. Dermatologen raten jedoch ab, deshalb extra ins Solarium zu gehen. Hier gilt allgemein die Auffassung, das ein 15-20 Minütigen Spaziergang täglich ausreichend ist um den Vitamin D Bedarf zu decken.

Vitamin D ist ein wichtiges Vitamin und an vielen Prozessen im Körper beteiligt. Ich werde über Vitamin D in den nächsten Wochen nochmal einen gesonderten Bericht schreiben.

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Mein Selbstversuch

Ich habe mir natürlich ein Bio-Solarium angeschaut und auch ausprobiert.

Der erste Eindruck beim Betreten des Sonnenstudios war sehr angenehm.

Es gab einen schönen Wartebereich, dezente Musik im Hintergrund und ich wurde gefragt, ob ich einen Kalzium-Drink haben möchte (Zitrone oder Orange?).

Bei einer kurzen Wartezeit, in der meine Sonnenbank vorbereitet wurde, konnte ich mich ein bisschen umschauen. Auf Flyer und Aufstellern wurde mit Anti-Aging-Effekten und einem beschleunigtem Fettstoffwechsel geworben.

Weiter findet man auf der Homepage „Bei XX entsteht keine Sonnenbrand- und Hautkrebsgefahr, keine vorzeitige Hautalterung (durch IR-Strahlen) und kein Austrocknen der Haut. Zudem steht das Institut unter fachärztlicher Regie (ständige Hotline zu einem Hautarzt). Die Geräte werden regelmäßig gewartet und spektral  vermessen.“

Nach unserem jetzigen Wissensstand ist diese Aussage nicht korrekt – aber das lassen wir jetzt einfach mal dahingestellt.

Man konnte zwischen drei Solarien mit unterschiedlichen Bestrahlungsstärken auswählen. Die Beratung war kompetent, freundlich und auch sehr intensiv (Schutzbrille natürlich inklusive).

Ich habe mich für die schwächste Ausführung entschieden (da ich ja Kalkweiss war!) und für einen Zeitraum von 30 Minuten (da man angeblich mindesten 20 Minuten Bestrahlung benötigt, um die Haut zur Bräunung anzuregen).

Alle Solarien hatten die Bestrahlung nur von oben und es war auch nicht möglich den Bestrahlung-Abstand zu ändern. Möchte man also von allen Seiten gleichmäßig braun werden, muss man sich umdrehen. Das empfand ich jedoch nicht als störend, da die Auflage sehr weich und angenehm war.

Ich muss sagen, dass ich die Zeit unter der künstlichen Sonne sehr genossen habe. Es war angenehm warm und hell, ich hatte tolle Lounge-Musik über die angebrachten Kopfhörer im Ohr und wenn ich die Augen geschlossen habe, konnte ich mir vorstellen, ich liege irgendwo am Strand.

Es war eine kleine Flucht aus dem Alltag. Danach war ich total entspannt und hatte einen tollen, leicht gebräunten Teint.

Mein Fazit: die heutigen Bio-Solarien sind mit Sicherheit schonender und besser als die herkömmlichen Sonnenbänke. Leider bleibt einfach immer ein Risiko – das gibt es jedoch auch durch die natürliche Sonnenbestrahlung. Ich werde mir zukünftig in den Wintermonaten – ab und zu – mal eine kleine Auszeit unter dem Bio-Solarium gönnen, da es für mein körperliches und seelisches Wohlbefinden einfach schön war.

Nachfolgend findet ihr weitere Links zu diesem Thema:

https://www.fitforfun.de

https://www.desired.de

https://www.brigitte.de

https://www.focus.de

http://www.vitamind.net

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