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Fair Fashion – Die 5 schönsten Labels

Hier erfahrt ihr, was genau hinter Fair Fashion steckt und worauf ihr achten müsst. Außerdem stelle ich euch die 5 schönsten Fair Fashion Labels vor.

 

Foto @Jeremy Möller

 

Unter nachhaltiger Mode hat man sich früher immer Klamotten in „Jutesack-Optik“ vorgestellt. Die Zeiten sind schon lange vorbei.

Nachhaltige Mode oder Fair Fashion ist vom Nischenprodukt zum Trend geworden. Mittlerweile gibt es riesige Messen (z.B. die Ethical Fashion Show oder den Greenshowroom in Berlin), auf denen man tolle Labels findet und die sich modisch überhaupt nicht verstecken müssen.

Ich war für euch auf der Ethical Fashion Show in Berlin und habe mich mal bißchen umgesehen.

Warum braucht man nachhaltige Mode?

Durch die Globalisierung und die Verlagerung der textilen Produktionsstätten in sogenannte Niedrig-Lohn-Länder können viele Firmen sehr preisgünstige Waren herstellen und verkaufen. Das geht zu Lasten von Mensch, Tier und Umwelt.

Wie das genau aussieht, möchte ich euch mal an dem Beispiel der Baumwolle zeigen. (Quelle: fairfashionguide.de)

Baumwolle ist ein wichtiger Rohstoff für den textilen Markt und das hat zur Folge, dass dieser Rohstoff für ca. 200 Millionen Menschen die Lebensgrundlage bedeutet.

In vielen hochentwickelten Ländern wie z.B. den USA, China und Australien findet der Baumwollanbau hochmechanisiert statt.

Die genveränderte Hochleistungsbaumwolle wird möglichst ertragreich auf riesigen Feldern angebaut. Die Felder werden mit Pestiziden und Herbiziden behandelt und mit Maschinen abgeerntet.

Es gibt aber auch Länder, in denen Arbeiter die Ernte von Hand erledigen müssen.

Jährlich werden 1-2 Millionen Menschen in Usbekistan von Staat zur Baumwollernte zwangsverpflichtet. Durch die giftigen Pestizide, die dabei von den Arbeitern eingeatmet werden, Der Speiseröhrenkrebs liegt in dieser Region 25% über dem Durchschnitt und es liegt Nahe, dass dies durch die Pestizide hervorgerufen wird.

Die Baumwolle wird genetisch modifiziert um den Ertrag zu steigern und auch um sie widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen und Krankheiten zu machen. Somit kann bei genverändertem Saatgut auch die Menge der Chemikalien reduziert werden.

Gentechnisch modifizierte Pflanzen sind durch Patente geschützt und ca. 4-6 mal so teuer wie konventionelle Baumwollpflanzen.

In Indien und in vielen afrikanischen Ländern werden die Bauern von Staat zum Kauf des genveränderten Saatgutes verpflichtet. Viele Kleinbauern müssen deshalb Kredite aufnehmen und verschulden sich z.B. durch schlechte Ernten immer mehr.

Das erklärt auch die hohe Selbstmorderate bei indischen Bauern.

Bei der weiteren Verarbeitung, dem Spinnen und auch bei der Konfektion werden viele junge Mädchen und Frauen in den Fabriken wie Sklavinnen gehalten.

In indischen Spinnerei werden 14-18 jährige Mädchen für 3 Jahre zur Arbeit zwangsverpflichtet. Sie bekommen für die 3 Jahre einen Lohn von umgerechnet ca. 435 Euro und müssen oftmals 16 Stunden am Tag arbeiten. Sie werden während dieser Zeit vollkommen von ihren Familien und der Aussenwelt abgeschottet und haben keinerlei Rechte. Nicht selten werden sie von Aufsehern mißbraucht. Wenn sie die Arbeit, aufgrund von Unfällen, Krankheit oder Schwangerschaft vorzeitig abbrechen müssen, haben sie in der Regel keinen Anspruch auf ihren Lohn.

Schaut euch diesen Bericht an über das Schicksal der jungen Mädchen, die in einer indischen Spinnerei arbeiten mussten:

Zum Glück gibt es immer mehr Firmen, die nicht so denken und ihr Bestes geben, nachhaltig mit Natur und Menschen umzugehen.

 

Wir haben es in der Hand

Wir entscheiden mit jedem Kauf welche Marke oder welchen Produzent wir unterstützen und haben auch somit Anteil am Schicksal der Menschen, die die Kleidung für uns herstellen.

Machen wir uns nichts vor – wer ein T-Shirt für 3,99 € kauft, weiss tief in seinem Herzen, dass da was nicht richtig läuft, oder?

Ich nehme mich selber davon nicht aus. Auch ich habe mir schon den einen oder anderen Fummel gekauft, weil er so günstig war.

Und dann habe ich ihn nur zwei mal getragen und gedacht „Egal, war ja sooo günstig!“

Aber das Tolle ist, es nie zu spät seine Gewohnheiten zu ändern. Braucht man wirklich die 39. Jeans oder noch ein T-Shirt, obwohl da noch welche im Schrank liegen, an denen noch das Preisschild hängt?

Wir sollten in dieser Beziehung umdenken nach dem Motto „Qualität, statt Quantität!“.

Ich habe mir fest vorgenommen, zukünftig weniger und dafür zwar teurere, aber nachhaltige Kleidung zu kaufen.

 

Foto @Jeremy Möller

Woran erkenne ich nachhaltige Mode

Wenn ihr euch nicht sicher seid, im Zweifelsfall einfach fragen. Natürlich gibt es leider auch Personal, das nicht so gut geschult ist.

Für den Fall, das das Personal euch nicht helfen kann, findet ihr nachfolgend einige Links zu Übersichten mit Öko-Siegeln:

http://fair-fashion.net

https://www.femnet-ev.de

Leider bedeutet so ein Siegel nicht immer, dass alles – vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt – optimal ist, da ein Siegel oftmals nur aussagt, dass Minimumstandards eingehalten werden.

Ausserdem gibt es beispielsweise Güte-Siegel, die sich nur auf die Materialien beziehen und andere wiederum werden für die Arbeitsbedingungen vergeben.

Es ist zumindest mal ein Anfang, wenn man beim Einkauf darauf achtet, das mindestens ein Güte-Siegel vorhanden ist.

Die 5 schönsten Fair Fashion Labels

Hier stelle ich euch ein Auswahl an Fair Fashion Labels vor, die mir persönlich sehr gut gefallen.

Armedangels  – Eco & Fair Fashion Label aus Köln

Armedangels verwendet nachhaltig produzierte Materialien wie z.B. Bio-Baumwolle und -wolle, Bio-Leinen, recyceltes Polyester, Lenzing Modal Edelweiß und Tencel®.

Zusätzlich verpflichtet sich Armedangels zur Einhaltung der strengen ökologischen Kriterien nach dem GOTS (Global Organic Textile Standards), die garantieren, dass mindestens 70% des Kleidungsstückes aus biologisch angebauten Naturfasern besteht.

Mein Kleid auf den Bildern ist von Armedangels.

Foto @Jeremy Möller

Dress: Armedangels/ Derya Small Pepper Rose/ 89,90 €

 

HessNatur – Der Pionier der nachhaltigen Mode

Man könnte sagen, HessNatur ist ein Pionier der nachhaltigen Mode – 1976 wurde der Versand für naturgemäße Waren gegründet.

In dem Online Shop gibt es eine grosse Auswahl für die ganze Familie, sowie zusätzlich ein umfangreiches Sortiment an Heimtextilien.

Hess Natur verpflichtet sich die Standards des WearFair Öko Labels für faire Arbeitsbedingungen einzuhalten.

 

Lanius – Stilvolle Damen Mode

Lanius habe ich auf der Messe entdeckt und die Marke steht für sehr stilvolle, modische Damen Konfektion.

Das Unternehmen mit Sitz in Köln ist ebenfalls GOTS-zertifiziert und verwendet Bio-Baumwolle, Bio-Leinen, Bio-Merinowolle und Hanf.

Lanius produziert in Europa und kennt , laut eigenen Angaben, jede ihrer Produktionsstätten, die regelmäßig besucht werden.

 

goodsociety – Tolle Jeans aus zertifizierter Bio-Baumwolle

goodsociety mit Sitz in Hamburg ist der Spezialist für Denim – GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle, auf den Einsatz von Pestiziden wird verzichtet und die Baumwolle ist nicht genmanipuliert.

Die Weiterverarbeitung der Rohstoffe von der Garn- und Stoffherstellung bis zur Veredelung findet ausschließlich in italienischen Familienbetrieben statt, wodurch die Transportwege minimiert werden.

goodsociety spendet 25 % des Gewinns u.a. an die The Sea Foundation, eine Organisation in Nepal und Kanada, die sich gegen Menschenhandel einsetzt.

 

recolution – Veganes Streetwear Label aus Hamburg

recolution macht lässige, faire Streetwear Mode aus 100% Bio-Baumwolle, natürlich GOTS-zertifiziert.

Um lange Herstellungswege zu vermeiden, produziert das Unternehmen in Portugal und der Türkei. Auch hier wird der persönliche Kontakt zu den Lieferanten und Produzenten gepflegt und darauf geachtet, dass die Arbeitsbedingungen fair sind.

Dieser Beitrag enthält Werbung aus Leidenschaft.

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